FRAUEN – BÜRGERKRIEG – REPRESSION – MALLORCA 1936
Das Buch von Hartmut Botsmann (Edition AV) beleuchtet die Rolle von Frauen im Spanischen Bürgerkrieg aus einer besonderen Perspektive: der Baleareninsel Mallorca.
Es zeigt, wie Frauen im republikanischen Spanien zunehmend sichtbar wurden, sich organisierten und aktiv am Widerstand gegen die faschistischen Kräfte beteiligten – an der Front wie im Hinterland. Gleichzeitig macht das Buch die brutale Repression deutlich, der viele von ihnen unter der Diktatur von Francisco Franco ausgesetzt waren.
Anhand der Ereignisse auf Mallorca wird sichtbar, wie eine gescheiterte republikanische Gegenoffensive und die anschließende Gewaltwelle besonders die Zivilbevölkerung trafen. Botsmann rückt damit die oft übersehenen Erfahrungen von Frauen in den Mittelpunkt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer der Franco-Diktatur.
Von wegen Strand und Sonne: Ein Bild aus dem Schulalltag auf Mallorca. Die so genannte „Grüne Welle“ der Lehrer-Vollversammlung brachte 100.000 Menschen für den Erhalt der katalanischen Sprache im Unterricht auf die Straße. Botsmann koordinierte eine der Arbeitsgruppen dieser Protestbewegung. Drei Wochen lang streikten die Lehrer und erreichten ihr Ziel. Das Thema der Unterrichtssprache ist mit dem Erstarken rechtsradikaler Kräfte wieder aktuell. Bereits Franco hatte den Mallorquinern ihre Sprache verboten und das Spanische verordnet. Rechts im Bild, der Autor.

Eine von Botsmann moderierte Veranstaltung in Manacor. Rechts neben ihm: Der Dramaturg und Historiker Jaume Miró, aus Son Servera, Autor von Theaterstücken wie „Tagebuch einer Milizionärin“. Der Historiker Bartomeu Garí, aus Porreres, Autor relevanter Werke zur Repression auf Mallorca und Koautor der „mapa de fosses“, einem Lageplan der Massengräber Mallorcas, mithilfe dessen Exhumierungen vorgenommen werden. Und der Journalist und Historiker Antoni Tugores, aus Manacor, ein Schwergewicht unter den Autoren, der sich über die Jahre zur wichtigsten beratenden Instanz Hartmut Botsmanns entwickelt hat. U.a. hat Tugores die umfangreichen Exhumierungen am Hinrichtungsort Son Coletes koordiniert.
Ein historischer Moment auf dem Friedhof der Stadt Manacor, Son Coletes, der 1936 zum Hinrichtungsort vieler Verfolgter wurde. Am 20 Oktober 2022 wird der Fund der sterblichen Überreste mehrerer Aktivistinnen des Molinar, einem Stadtteil Palmas, öffentlich bekannt gegeben. Vor Ort, von links nach rechts: Die Stadträtinnen Carme Gomila (Més), Maria Antònia Truyols (PSOE), Núria Hinojosa (PSOE) und Cristina Capó (Més), Bürgermeister Miquel Oliver (Més), Historiker Antoni Tugores, Mitglieder der Erinnerungsorganisation „Col·lectiu Son Coletes“, Autor Hartmut Botsmann und Mitglieder der feministischen Organisation „Dones de Llevant“.
Die baskische Gesellschaft Aranzadi unter Leitung des forensischen Anthropologen Francisco Etxeberria Gabilondo und der Anthropologin und Historikerin Lourdes Herrasti bei einer der Exhumierungen auf dem Friedhof des Ortes Porreres. Allein Aranzadi hat in Spanien etwa 500 Massengräber exhumiert. Rund 120 Opfer wurden in Porreres gefunden. Die Anteilnahme der Bevölkerung, darunter Angehörige der vermuteten Opfer, ist enorm. Autor Hartmut Botsmann hat einige dieser Projekte vor Ort begleitet. Gabilondo und Herrasti pflegen es, täglich gegen Abend Vorgehen, Funde und Schlussfolgerungen der Öffentlichkeit direkt zu vermitteln.



